Auf das Schicksal zu vertrauen

Berichte aus dem Werte-Seminar

Helga ist eine hübsche Frau und seit vier Jahren verheiratet. Sie wird einfach nicht schwanger. Ihre Ehemann, Eltern und Schwiegereltern unterstützen sie in jeder Hinsicht. Als Leiterin einer privaten Hochschule fühlt sie sich wohl. »Allerdings merke ich immer mehr, wie mir der Beruf immer weniger Freude macht«, sagt sie. » Mein größter Wunsch ist es, endlich Mutter zu sein.« Helga würde gerne ein Kind versorgen. Sie möchte ihm Vertrauen schenken und Sicherheit bieten. Dass sie darauf verzichten muss, hindert sie daran, sich wirklich frei zu fühlen. Es hindert sie daran, sich als Frau weiter zu entwickeln.

Ihre Werteanalyse ergibt, dass die vielen Versuche der künstlichen Befruchtung sie von einem normalen Leben abgespalten haben. Sie hat ihre Freundinnen vernachlässigt und sich als »Balance-Frau« verleugnet. Das ist die Rolle der Diplomatin und Mediatorin, auf die sie vor ihrer Ehe sehr stolz war: »Ich habe immer wieder in Konflikten vermittelt. Meine Freundinnen haben mich immer als Ratgeberin geschätzt. Diese Rolle zwischen Beruf und Familie hat mir immer gut gefallen.«

Seit Helga sich vor allem um die Mutterschaft kümmert, hat sie den Kontakt zu ihren Freundinnen nahe abgebrochen. Manche sind inzwischen selbst Mutter geworden. Und Helga fühlt sich ihnen gegenüber minderwertig. Sie spricht im Seminar mit anderen Frauen über ihre Erkenntnisse aus der Wertearbeit. Helga nimmt den Rat an, sich wieder um ihre Freundinnen zu kümmern. Es würde ihr sogar gut tun, sich mit ihnen über deren Kinder zu unterhalten. Vielleicht könnte sie sich sogar manchmal als Babysitterin anbieten …

Eine Ärztin unter den Teilnehmern sagt, dass ihr gerade die Begegnung mit anderen Müttern helfen könnte, sich mental und körperlich auf eine Schwangerschaft vorzubereiten.

Helga bestätigt, dass sie über das Gespräch mit den Freundinnen den Wert Vertrauen wieder intensiver leben wird. Vertrauen bedeutet für sie, auf das Schicksal zu vertrauen. Vertrauen bedeutet für sie auch, gemeinsam mit den Freundinnen eine Heimat zu teilen und sich angenommen zu fühlen. Dies werden die Bereiche sein, in denen sie ihre ganz persönlichen Miniprojekte starten wird.


Ein Beitrag von www.wertemanager.de.

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