John Grisham – Das Fest

Von Spielverderbern und Geizkragen

John Grisham - Das FestKEN. Luther und Nora haben jahrzehntelang Weihnachten gefeiert, wie es sich eben gehört. Dann fährt ihre erwachsene Tochter Blair für ein Jahr nach Peru. Eine willkommene Gelegenheit, auf Weihnachten zu verzichten und stattdessen eine Kreuzfahrt zu buchen. Würden nicht die lieben Nachbarn auf ihre weihnachtlichen Gewohnheitsrechte pochen.


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Luther hat nämlich ausgerechnet, dass ihn das letzte Weihnachten gut 6100 Dollar kostete, für den Tannenbaum, Schmuck, Geschenke und Spenden wie all die Jahre zuvor. Selbst mit einer Kreuzfahrt würden er und Nora mindestens die Hälfte dieser »Weihnachtsinvestitionen« sparen. Aber Sie haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht: ihr Stadtviertel und die Tradition, nach der alles so bleiben soll, wie es schon immer war, erst recht Weihnachten.

In dieser Gemeinschaft gehen alle Jahre wieder die Feuerwehr und die Polizei in der Adventszeit sammeln. Die Nachbarn treten gemeinsam zum Wettbewerb um den schönsten Weihnachtsschmuck auf den Häusern an und stehen in Konkurrenz zu den ehrgeizigen Bewerbern im Viertel nebenan. Schert nur einer aus, wie jetzt Luther und seine Frau, hat die gesamte Straße keine Chance mehr auf einen vorderen Platz.

Luther hält trotzdem an seinem Plan fest, wird von Arbeitskollegen sogar für seinen Widerstand gegen Weihnachten als Held gefeiert. Doch die Nachbarn sind sauer auf den Spielverderber und Geizkragen, der im eigenen Haus in Deckung geht, wenn die Kinderchöre zum Spenden sammeln vorsingen.

John Grisham schreibt spannende Gerichtskrimis. Er brachte uns in »Home Run« sogar den Baseball-Sport näher und schenkte uns mit Theo Boone einen neuen Kinderdetektiv. Dass er auch einen Sinn für Komik hat, beweist er in »Das Fest«. Darin hebt er für Luther und Nora die Weihnachtsroutine auf, bis sich kurz vor dem Beginn der eigentlichen Kreuzfahrt überraschenderweise Töchterchen Blair meldet. Sie hat sich in Peru verlobt und möchte ihrem Zukünftigen ihr typisches Weihnachtsfest vorführen, inklusive Tannenbaum und Party.

Das wird heftig, denn Luther und Nora haben alle Vorbereitungen für das Fest an sich vorbeiziehen lassen und stattdessen die Koffer für die Karibik gepackt. Auch das nehmen ihnen die Nachbarn übel. Wird deren Zuneigung zu Blair ausreichen, gerade noch rechtzeitig den üblichen Weihnachtskurs wieder einzuschlagen? Und wie lässt sich die Kreuzfahrt noch retten?

Amerika mag Weihnachten eine Nummer größer und kitschiger. Auch wenn ich vieles in »Das Fest« wiedererkannt habe, hat es mit deutscher Gemütlichkeit und »Stille Nacht« wenig zu tun. John Grisham und seine etwas andere Weihnachtsgeschichte unter den Weihnachtsbaum einzuladen, schadet trotzdem nichts. So skurril »Das Fest« auch sein mag, regt es über das Schmunzeln hinaus doch dazu an, die eigenen Festtags-Routinen zu überdenken. Selbst wenn man sich am Ende doch dafür entscheidet, dass Weihnachten ohne all das Bisherige doch irgendwie anders ist.


Ein Beitrag von www.buecher-blog.net.

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