Lars Vollmer – Wrong Turn

Warum Führungskräfte in komplexen Situationen versagen

Lars Vollmer - Wrong TurnKEN. Das sieht ja gar nicht gut aus mit unseren Führungskräften! Sie sollen führen, denn das ist ihr Job. Und weil sie dafür bezahlt werden, tun sie es auch – meistens da, wo sie weder kompetent sind noch die Übersicht haben. Nach Lars Vollmer und »Wrong Turn« sollten Unternehmen besser auf sie verzichten.


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Mir hat das Pfirsich-Bild als Schlüssel zu der Aussage gefallen, dass Führungskräfte kaum ausgestattet sind, komplexe Situationen mitarbeiter- oder sogar kundenorientiert zu gestalten. Sie sind der Kern, dann kommt das Fleisch, aber sie dringen nicht durch die Schale zu denjenigen vor, die die Produkte abnehmen. Sie entscheiden auf der Basis von Theorien und Modellen und planen eine Zukunft aufgrund von Faktoren, die unvollständig sind und sich jederzeit ändern können.

Ziemlich Klartext zu einer linearen Denkweise, die Wirkungen annimmt, ohne die Entwicklung der Ursachen wissen zu können. Führungskräften wird Wissen unterstellt, dass erst noch entstehen muss. Mit zahlreichen Beispielen untermauert Lars Vollmer, warum der Glaube an die Fähigkeit unserer Führungskräfte falsch ist – eben »Wrong«.

Lars Vollmer klagt keinesfalls an, sondern er beschreibt Ursachen, die im Taylorismus begründet sind, nachdem sich Arbeitsabläufe vorhersehbar steuern lassen. Spezialisierung ist dabei eines der wichtigen Stichworte, und die größte Kompetenz wird in den obersten Etagen eines Unternehmens vorausgesetzt.

Hier setzt Lars Vollmer dann auch zum »Turn« an, zur Wende. Führungskraft wird in der Regel, wer sich an der Basis bewährt hat. Seine Fähigkeiten dort wieder einzuspeisen, könnte den Unternehmen gut tun. Entscheiden sollten ansonsten diejenigen, die den Kontakt zum Verbraucher haben.

Ein überzeugendes Beispiel dafür sei die Drogeriekette DM, deren Mitarbeiter selbst über das Sortiment und die Preise ihrer Filiale entscheiden. Sie kennen die Nachfrage bei ihren speziellen Kunden am besten: Wo hauptsächlich Seniorenwohnheime sind, werden Angebote für Jugendliche und junge Familien kaum angenommen.

Inzwischen gebe es auch Modelle, nach denen die Mitarbeiter ihr Gehalt selbst bestimmen oder in der Kantine auf eigene Verantwortung selbst abrechnen. Vertrauen ist hier kein theoretisches Konzept in den Statuten des Unternehmens, sondern ein täglich bestätigtes Mittel der Selbststeuerung. Dafür braucht es keine Führungskräfte.

Das alles klingt radikal und liest sich dennoch freundlich als Angebot. Wenn klassische (theoretische) Führungsmodelle die komplexen Prozesse in der Wirtschaft und in der Gesellschaft nicht mehr unterstützen, braucht es etwas Neues. Lars Vollmer zeigt, wie Führung in komplexen Situationen funktioniert und dabei ganz flexibel neue Führungskonzepte entstehen.


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