Maria Konnikova – Die Kunst des logischen Denkens

Clever kombinieren wie Sherlock Holmes

Maria Konnikova - Die Kunst des logischen Denkens

KEN. Die gebürtige Russin Maria Konnikova genoss als Kind ungewöhnliche Gutenachtgeschichten. Statt Märchen las ihr der Vater Geschichten mit Sherlock Holmes von Sir Arthur Conan Doyle (1859 – 1930) vor. So lernte sie nach der Einwanderung in die USA Englisch. Gleichzeitig war die Grundlage für das Buch »Die Kunst des logischen Denkens« angelegt.


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Kein Wunder, dass das Interesse am scharfsinnigen Analysieren und Kombinieren bei der amerikanischen Psychologin so groß blieb. Auch wenn viele Menschen Sherlock Holmes Art des naturwissenschaftlichen Denkens in das Reich der Fiktion verbannten – und es dort genossen -, brachte es die »Kunst des logischen Denkens« von Maria Konnikova in die Bestsellerlisten der New York Times.

Arthur Conan Doyle interessierte sich auf hohem Niveau für Lern- und Merkstrategien, als die Psychologie dieses Thema noch gar nicht entdeckt hatte. Er stellt Achtsamkeit, die scharfsinnige und unvoreingenommene Beobachtung, das Optimieren von Denkprozessen, das Engagement für eine Sache und am Ende die Deduktion, die logische Schlussfolgerung, in den Mittelpunkt der Ermittlungen seines Helden.

In den Sherlock-Holmes-Romanen und -Essays zwischen 1887 und 1927 geht es immer darum, diese Denkstrategien genauestens zu beschreiben. Kein Ermittlerpaar zuvor war damit so großzügig wie Holmes und – weniger erfolgreich – sein Assistent, Dr. Watson. Während Holmes weitestgehend wertfrei wahrnimmt und Fakten analysiert, tappt Dr. Watson immer wieder mit vorgefassten Meinungen und emotionalen Urteilen in die denkerischen Fettnäpfchen.

»Ich bin der Meinung, dass das Gehirn eines Menschen ursprünglich wie eine kleine leere Dachkammer ist, die man mit dem Mobiliar versehen muss, das einem genehm ist«, sagt Sherlock Holmes und geht sehr sorgsam mit dieser Dachkammer unter seinem Markenzeichen, der Deerstalker-Mütze, um. Dort kennt er sich bestens aus, archiviert sehr bewusst, was nützlich ist – und findet es damit auch jederzeit wieder.

Wer dieses Prinzip des Umgangs mit Gedächtnisinhalten verstanden hat, für den kann der Verstand tatsächlich »die beste Waffe« werden. Das jedenfalls meint Maria Konnikova. Sie ist zudem davon überzeugt, dass der Scharfsinn Sherlock Holmes kein angeborenes Genie erfordert, sondern gelernt und durch tägliches Training zu Höchstleistungen geführt werden kann. Sherlock Holmes hätte dem sicher zugestimmt.

So wie Anna Konnikova Sherlock Holmes zu ihrem Vorbild hatte, gab es auch für den Schöpfer des Sherlock Holmes einen messerscharf denkenden Mentor – zufällig einen Chirurgen. Dr. Joseph Bell war für seine legendäre Wahrnehmungsfähigkeit als Arzt bekannt. Von ihm ließ sich sein Kollege Arthur Conan Doyle inspirieren, »die Kunst der Verbrechensaufklärung zu einer exakten Wissenschaft« zu machen. Damit war er nicht nur als Autor erfolgreich, sondern löste tatsächlich auch im richtigen Leben den einen und anderen Fall.

Nach Maria Konnikova dürfen wir uns darauf einstellen, dass in jedem von uns Holmes’sche Fähigkeiten angelegt sind. Wir müssen nur einen Weg finden, sie zu entdecken und sie nutzen. Der Anfang dafür könnte die »Kunst des logischen Denkens« sein.


Ein Beitrag von www.buecher-blog.net.

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