Wertschätze andere wie dich selbst

Berichte aus dem Werte-Seminar

Giuseppe fällt allen Teilnehmern von Anfang als sehr wissbegierig auf. Er interessiert sich sehr für jeden einzelnen, stellt viele Fragen und hört aufmerksam zu. Das betrifft seine Rolle als Lernender während des Seminars und auch sein Verhalten am Mittagstisch. Er kennt sich hervorragend mit Weinen aus und spricht über Rot- und Weißwein so, dass jeder ihn versteht. Wir haben wirklich Lust daran, uns auf seine Vorschläge einzulassen und werden nicht enttäuscht.

Wir staunen noch immer, über welche feinen Geschmacksunterschiede Giuseppe überzeugend berichten kann, als sei das das Einfachste von der Welt. Trotzdem empfindet er sich als langweilig, schwermütig, erfolglos und ist insgesamt unzufrieden. Dieser Widerspruch ist ziemlich heftig.

Es gelingt uns im Gespräch, Giuseppe zu einer anderen Art der Selbstbewertung zu bewegen. Schließlich gehören zu seinen Werten auch die Wertschätzung, die Kreativität und die Freude. Wenn er also zusätzlich Klarheit, Übersicht und Respekt wichtig findet, dann könnte er doch damit beginnen, das Gute an sich selbst zusammenzufassen. Danach wäre immer noch genügend Zeit, sich auch mit seinen Schwächen zu beschäftigen. Was würde er beispielsweise über sich berichten, wenn ein Klient oder Freund mit dem gleichen Thema zu ihm käme?

Langsam beruhigt sich Giuseppe. Und irgendwann hört er sogar ganz auf zu sprechen. Es dauert weitere Minuten, bis er langsam und erkennend nickt. »Ich merke gerade, dass für mich zu selbstverständlich geworden ist, was mir in meinem Leben eigentlich Freude machen sollte«, sagt er. »Deshalb gehöre ich selbst nicht zu den Personen, denen ich Wertschätzung entgegenbringe. Und ich habe mir schon lange keine wirklich neuen Ziele mehr gesetzt. Das ist sehr anstrengend, und es macht mich traurig.«

Statt sich über seine Erkenntnis zu freuen, beginnt er, seinen Zustand noch mehr zu bedauern. Als Trainer haben wir solche Übergänge nach wichtigen Erkenntnissen schon öfters erlebt. Um jemanden aus dieser Situation heraus zu helfen, hat sich eine Strategie aus dem Neurolinguistischen Programmieren bewährt. Wir helfen Giuseppe, einen maximalen Zustand von Zufriedenheit und Erfolg als Genießer zu erinnern und ankern diesen Zustand.

Während Giuseppe intensiv in diesem Gefühl schwelgt, versetzen wir ihn in unterschiedliche Bereiche seines Lebens. Dort nennt er uns Dinge, die am besten zu seinen guten Gefühlen passen. Danach lassen wir ihn genauso genussvoll spüren, wie er diese Gefühle von Erfolg und Zufriedenheit durch zusätzliche Erfüllungskriterien noch steigern kann.

Nach dieser kleinen Imaginationsübung ist Giuseppe kaum noch zu halten: »Ich möchte am liebsten sofort nach Hause und meinen Ideen umsetzen!« Sein Interviewer lacht und sagt: »Vielleicht reicht für den Moment, dass du diese Dinge aufschreibst. Wir brauchen dich hier weiter als Lehrer für Genuss! Für alles weitere ist morgen immer noch ein Tag.«


Ein Beitrag von www.wertemanager.de.

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