Mehr Zeit für die Gesundheit

Berichte aus dem Werte-Seminar

Jürgen ist in vielen Bereichen ein Fachmann. Der 30-jährige ist handwerklich begabt und stets ergebnisorientiert. Was Jürgen in die Hand nimmt, wird auf jeden Fall fertig werden. Das gelingt ihm vor allem als Techniker und Nachbar. Was auch immer gebaut und repariert werden muss: Jürgen hilft! Er hat auch Freude daran, seine Erfahrungen weiter zu geben und unterstützt eine Werkstatt für sozial benachteiligte Jugendliche.

Trotz seiner Begabungen macht ihm die Arbeit als Handwerker im Beruf keinen Spaß. Anhand der Werteanalyse merkt Jürgen, dass er sich vor allem als Mitarbeiter in einem wenig kollegialen Team belastet fühlt. Jürgen wird von seinem Kollegen ausgenutzt. Ihm werden die schwierigsten Aufträge zu den ungünstigsten Zeiten zugeteilt. Inzwischen ist er deswegen sogar krank geworden. Aber er geht weiterhin geduldig zur Arbeit.

»Für Gesundheit habe ich keine Zeit«, sagt er. Er vermisst es jedoch, morgens nach dem Aufstehen durch den Wald zu joggen. »Früher habe ich es abends zusätzlich geschafft, gemeinsam mit meiner Partnerin Squash zu spielen. Danach ging es mir immer sehr gut. Jetzt habe ich keine Zeit mehr dafür.«

Wirklich anerkannt fühlt sich Jürgen nur, wenn er (freiwillig) den Nachbarn hilft. Oder wenn er gemeinsam mit seinem Sohn Fahrräder repariert oder Möbel für das Kinderzimmer baut. Jürgen: »Das ist aber etwas anderes als am Arbeitsplatz wertgeschätzt zu werden. Und statt mich sportlich zu verausgaben, werde ich immer dicker und unzufrieden.«

Dadurch hat Jürgen schon die Themen identifiziert, an denen er etwas tun muss, um wieder glücklicher zu sein. Er kann nach unseren Erfahrungen an zwei Punkten ansetzen. Er könnte sich um seine Physiologie kümmern und sich neue sportliche Ziele setzen. Das wäre mit ein paar Änderungen in seinem Tagesablauf durchaus möglich. Oder er spricht ein ernstes Wort mit seinen Kollegen, der es sich zu seinen Lasten bequem machen.

Zufällig steht für Jürgen demnächst ein Personalentwicklungsgespräch an. Jürgen bucht einen Termin mit einem Verhandlungscoach, mit dem er seine Ziele und eine Gesprächsstrategie bespricht.

Wir haben Jürgen zwei Monate nach seinem Gespräch mit den Vorgesetzten wieder getroffen. Er sieht wieder richtig gesund aus und fühlt sich auch so. Innerhalb seines Unternehmens wurde er dank seiner Vorschläge als Vorarbeiter hochgestuft. Jürgen ist jetzt selbst verantwortlich für die Arbeitspläne und -zeiten. Er konnte sogar durchsetzen, dass weitere Mitarbeiter eingestellt werden, da die bisherige Belastung von seinem Team gar nicht bewältigt werden konnte. »Ich bin ein guter Manager«, sagt Jürgen. »Und als guter Manager sollte es mir auch gelingen, allen Mitarbeitern genügend Zeit mit ihrer Familie und für sich zu sichern.«


Ein Beitrag von www.wertemanager.de.

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