Sanja Lončar u.a. – Eine Prise Gesundheit

Gewürze: die unterschätzte Medizin

Sanja Lončar u.a. - Eine Prise GesundheitKEN. Eine der schönsten Fleißarbeiten des Jahres 2013 zum Thema Gewürze ist »Eine Prise Gesundheit« von Sanja Lončar, Sabina Topolovec, Marija Kočevar Fetah und Nadja Baćac. Sie beschreiben die Geschichte und Anwendung der Gewürze sowohl in der Küche als auch zu gesundheitlichen Zwecken – was oft genug das Gleiche sein kann.


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Wer sich mit Kräutern und Gewürzen beschäftigt, wird es meist mit Kochempfehlungen zu tun bekommen, oder er wird sich am Rande der Medizin bewegen. Selten gibt es zuverlässige Angaben zur Geschichte, erst recht wenn die Gewürze schon vor Jahrhunderten aus anderen Kulturen und Ländern importiert worden sind. Dabei lohnt es durchaus, sich in Kulturen umzusehen, in denen die Gewürze endemisch, also heimisch waren und schon seit Jahrhunderten zu Heilzwecken verwendet worden sind. »Die verborgenen Heilkräfte der Gewürze« zu entdecken – das muss man also nicht erst der modernen Pharmazie überlassen.

Die vier Autorinnen haben nach eigenen Angaben Tausende von Quellen studiert und festgestellt, dass die meisten Fragen offen ließen, die sie selbst interessierten. Was lag also näher, als ein eigenes Buch zu schreiben: »Eine Prise Gesundheit«. Daraus entstand ein 400 Seiten starker Nachschlageband mit einem umfangreichen Index zu Kräutern, Gewürzen und Krankheiten, bei denen sie Wirkung versprechen.

Das erste Kapitel geht der Frage nach, warum das Wissen um die Heilkraft der Kräuter und Gewürze überhaupt verloren gegangen ist. Tatsächlich wurde dieses Wissen im Lauf der Jahrhunderte von der Kirche vereinnahmt. Es galt als gefährlich und führte dazu, dass weise Frauen auf dem Scheiterhaufen starben. Tatsächlich wussten sie, sowohl mit Kräutern zu heilen als auch Schwangerschaften abzubrechen, womit sie den Aufbau von Armeen für anstehende Kriege behinderten.

Auch das Wissen der Druiden verschwand mit der Zeit in den Klosterbibliotheken. Die Inquisition war so intensiv hinter den Kräuter-und Gewürzkundigen her, dass im 17. Jahrhundert sogar die französischen Feinschmecker die Zutaten komplett aus den Küchen verbannten.

Dabei haben Kräuter und Gewürze wie zum Beispiel der Anis mit seinen ätherischen Ölen einen guten Einfluss auf die Verdauung, wie die moderne Wissenschaft längst bestätigte. Sanja Lončar und ihre Mitautorinnen beschreiben Inhaltsstoffe, bieten Anwendungsbeispiele für die Küche und für die Gesundheit und weisen auf mögliche Gefahren hin. Zu ihren Kräutern und Gewürzen gehören von Anis und Bohnenkraut bis Zimt allerlei Leckereien, wie sie in einem gut sortierten Haushalt vorkommen.

Das dritte Kapitel behandelt vor allem die Heilkräfte der Kräuter und Gewürze. Kardamom beispielsweise regt die Magensäfte an, Ingwer hilft bei Reisekrankheit. Andere Formen von Übelkeit können auf niedrigen Blutdruck zurückgeführt werden, bei dem Tee von Rosmarinblättern und Koriander helfen können. Selbst der Cholesterinspiegel kann mit natürlichen Mitteln beeinflusst werden: mit Dill, Estragon, Ingwer, Kümmel, Petersilie und Zwiebeln. Oregano und Koriander helfen bei Zahnschmerzen, während Muskatnuss bei Zahnkrankheiten wirkt. So tasten sich die Autorinnen durch den gesamten Körper und finden sogar Mittel im Gewürzregal und Kräutergarten, die möglicherweise bei Krebs helfen.

Im vierten Kapitel geben sie unter anderem Tipps, wie wir Pannen beim Kochen und Backen korrigieren, falls also etwas zu süß, zu sauer, zu salzig oder zu bitter geworden sein sollte. Das Buch schließt mit einer kommentierten Bibliografie, Einkaufshilfen und einem umfangreichen Stichwortverzeichnis.

»Eine Prise Gesundheit« schafft auf unterhaltsame Weise den Spagat von alter Kräuter-und Gewürzkunde zu modernen wissenschaftlichen Kenntnissen. Sanja Lončar, Sabina Topolovec, Marija Kočevar Fetah und Nadja Baćac bringen das Wissen von den Spezialisten zurück in die Allgemeinheit, wo es eigentlich hingehört, damit jeder selbst mit einer gesunden Ernährung zu seinem eigenen Wohlbefinden beitragen kann.


Ein Beitrag von www.buecher-blog.net.

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